211. und 212. Prozesstag gegen das „Aktionsbüro Mittelrhein“

15. und 16.09.2015

Als Steigerung zur Vorwoche wurden die circa 60 prozessbeteiligten Personen mit dem Zeugen und Polizeibeamten KK Ri. aus dem Staatsschutz des Kölner Polizeipräsidiums unterhalten. Inhalt seiner Aussage war eine, bereits aus den Akten bekannte, polizeiliche Vernehmung des Angeklagten Reitz. Ausserdem war der Beamte bei der Durchsuchung der Wohnung der Angeklagten Z. anwesend. Seine ohnehin nicht gerade redseelige Art wurde zur Schmallippigkeit als es an das Thema Johann Helfer und Kölner Kameradschaft ging. Schliesslich ist dieser ja inzwischen als Verfassungsschutzmitarbeiter aufgeflogen. Dies erklärt eventuell auch die Ermittlungshemmungen der Behörden hinsichtlich seiner führenden Tätigkeit in der ehemaligen Kameradschaft des Axel Reitz.

208., 209. und 210. Prozesstag gegen das „Aktionsbüro Mittelrhein“

08.-10.09.2015

Das Verfahren wird zunehmend lustlos dahin geschleppt. Die gesamte Woche wurde mit Telefongesprächen des ehemaligen Angeklagten Tim S. gefüllt. Dieser brillierte darin in der Anpassung seiner Aussagen an den jeweiligen Gesprächspartner. Schier endlose scheinende Gespräche mit Mutter und Freundin drehten sich um Eistee, Fleischpeitschen und die Meinung des selten besuchten Vaters zu den vermeintlichen Aktivitäten seines Sohnes.

Von Verteidigerseite bleibt vor allem der Antrag, den Angeklagten eine Entschädigung für die bei Gericht zugebrachte Lebenszeit zu zahlen, in Erinnerung. Dazu wurde darauf hingewiesen, daß per Gesetz als unschuldig zu sehende junge Menschen nun schon über drei Jahre, quasi ehrenamtlich, im Verhandlungssaal sitzen. Analog dazu wurde auf die Entschädigung für die anwesenden Schöffen hingewiesen.